Inflation? Stagnation? Stagflation?

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Die aktuell sehr hohe Inflationsrate ist in aller Munde. In unserem Blog-Artikel zum Thema Inflation vor einiger Zeit, haben wir erläutert was darüber wichtig ist. 

Immer häufiger ist aber auch die Rede dem Begriff der Stagflation und ihren potenziell desaströsen Auswirkungen auf die Wirtschaft. In diesem Artikel erklären wir was Stagflation ist, warum diese so gefährlich sein könnte und was das für deine Finanzen bedeutet.

Was ist Stagflation?

Stagflation ist „das Schlimmste aus beiden Welten“, eine Kombination aus Inflation auf der einen Seite und Stagnation auf der anderen. Inflation bedeutet alles wird teurer. Stagnation bezeichnet den Stillstand wirtschaftlicher Aktivität. 

Stagflation liegt also vor, wenn Inflation mit einem langsameren Wirtschaftswachstum und hoher Arbeitslosigkeit einhergeht. 

Normalerweise treten diese wirtschaftlichen Bedingungen nicht zusammen auf. Denn Arbeitslosigkeit und Inflation stehen in der Regel in umgekehrtem Verhältnis zueinander. Wenn also die Arbeitslosigkeit steigt, geht die Inflation in der Regel zurück und andersherum. Spätestens die Stagflation in den 1970er Jahren zeigt, dass dieses Verhältnis nicht so stabil ist, wie einst angenommen wurde. Viele befürchten nun im Zusammenhang mit der Corona-Krise, dass es wieder zu einer Stagflation kommen könnte.

Warum wäre eine Stagflation schlecht?

Das Zusammenspiel aus langsamem Wachstum gepaart mit hoher Arbeitslosigkeit sowie einer hohen Inflation setzt die Wirtschaft erheblich unter Druck. 

Stagflation heißt nämlich um Umkehrschluss, dass du dir weniger leisten kannst, da du weniger Geld verdienst (langsames Wachstum), aber mehr ausgeben musst, da alles teurer wird (Inflation). Deine Ausgaben und die deiner Mitmenschen verlangsamen sich also gezwungenermaßen. Dadurch sinken nun auch die Einnahmen der Unternehmen (langsames Wachstum), was die Gesamtwirkung auf die Wirtschaft noch verschlimmert (Arbeitslosigkeit, langsames Wachstum). Löhne müssen gesenkt werden und Leute entlassen werden (hohe Arbeitslosigkeit) und wir bewegen uns immer tiefer in eine wirtschaftliche Abwärtsspirale hinein. 

Hinzu kommt, dass Politiker*innen und Wirtschaftswissenschaftler*innen einem Dilemma gegenüberstehen. Entscheiden sie sich die Zinssätze der Zentralbanken anzuheben, um die Inflation einzudämmen, so wird die Kreditaufnahme teurer, was sich wiederum negativ auf die Wirtschaft auswirkt. Wenn sie hingegen veranlassen durch die Zentralbank die Geldmenge zu erhöhen, um die Wirtschaft zu  stimulieren, so steigt die Inflation. 

Was zeigt und sie Historie? In den 1970er und 1980er Jahren gab es in den meisten großen Volkswirtschaften Phasen der Stagflation. Dies überraschte Wirtschaftswissenschaftler*innen, da die damals vorherrschende Wirtschaftstheorie, die keynesianische makroökonomische Theorie, davon ausging, dass ein gleichzeitiger Anstieg von Inflation und Arbeitslosigkeit nicht möglich ist. Denn eine wachsende Geldmenge (und die damit verbunden Inflation) würde die Beschäftigung erhöhen und das Wirtschaftswachstum fördern.

Führt die Pandemie zu einer Stagflation?

Ob die Pandemie eine Stagflation verursachen könnte, darüber sind sich Expert*innen uneinig. Einige reden von einer erheblichen Stagflationsgefahr, da die Pandemie die Inflation und Arbeitslosigkeit in vielen Ländern in die Höhe schießen ließ und gleichzeitig durch Lieferengpässe und Arbeitskräftemängel die Wirtschaftstätigkeit bremste. 

Andere sind weniger davon besorgt und versprechen sich mit der allmählichen Bewältigung der Pandemie eine Verbesserung der wirtschaftlichen Situation. Zudem gehen sie davon aus, dass Zentralbanken noch über Instrumente verfügen, die Situation in den Griff zu bekommen. Solange Zentralbanken die Inflationsziele so setzen, dass die Menschen nicht überrascht werden (oder kompliziert ausgedrückt die Inflationserwartungen nicht steigen) ist alles in Ordnung.  

Und was bedeutet das alles für meine Investitionsentscheidungen?

Die Gefahr einer Stagflation macht eine gut durchdachte Anlagestrategie umso wichtiger. Wenn dein Portfolio gut diversifiziert ist, bist du auf der sicheren Seite. Die hohe Inflation impliziert, dass du unbedingt einen Teil deines Geldes anlegen solltest, damit dies nicht mit der Zeit schwindet. 

Eins steht fest: ein solider, langfristiger Finanzplan ist der beste Weg, um deine Finanzen vor der Stagflation zu schützen. Wusstest du, dass wir bei UnitPlus auch einen personalisierten Sparplan mit auf dich zugeschnittenen Beträgen anbieten?

Egal ob Inflation, Stagnation oder Stagflation – Mit einer Geldanlage bei UnitPlus bist du auch in wirtschaftlich turbulenten Zeiten gut aufgehoben.

Kerstin Schneider