Tagesgeld für Unternehmen 2026: Vergleich, Anbieter & echte Marktzinsen

Ein Firmentagesgeldkonto ist die einfachste Möglichkeit, ungenutzte Unternehmensliquidität zu verzinsen, ohne sie zu binden. Doch die Unterschiede zwischen den Anbietern sind erheblich – und ein Großteil der Banken gibt den Marktzins nur unvollständig weiter. Dieser Vergleich zeigt die besten Konditionen, worauf Sie achten sollten und wann klassisches Tagesgeld an Grenzen stößt.

Grundlagen

Was ist Tagesgeld für Unternehmen?

Tagesgeld für Unternehmen – auch Firmentagesgeld oder Geschäftstagesgeld genannt – ist ein verzinstes Konto, das speziell für die kurzfristige Anlage betrieblicher Liquidität konzipiert ist. Im Unterschied zum klassischen Geschäftskonto wird das Guthaben verzinst, bleibt aber jederzeit verfügbar.

Drei Eigenschaften definieren ein Firmentagesgeldkonto:

  • Tägliche Verfügbarkeit: Sie können das angelegte Geld jederzeit ohne Kündigungsfrist auf Ihr Geschäftskonto zurückbuchen – meist innerhalb von ein bis drei Werktagen.

  • Verzinsung: Anders als beim Geschäftskonto erhalten Sie auf das Guthaben Zinsen. Die Höhe schwankt mit dem Leitzins und dem jeweiligen Anbieter.

  • Keine Mindestlaufzeit: Sie gehen keine Bindung ein. Anders als bei Festgeld können Sie Beträge jederzeit erhöhen, reduzieren oder vollständig auflösen.

Abgrenzung zum privaten Tagesgeld

Privates Tagesgeld können nur natürliche Personen eröffnen, Firmentagesgeld richtet sich an Unternehmen jeder Rechtsform – GmbH, UG, Einzelunternehmen, GbR, OHG, AG, KG, eingetragene Vereine, Stiftungen oder Freiberufler. Die Konditionen für Firmenkunden liegen häufig unter denen für Privatkunden, weil die Banken im Geschäftskundensegment weniger Wettbewerbsdruck haben. Genau diese Differenz macht den Anbietervergleich für Unternehmen besonders wichtig.

Abgrenzung zum Geschäftskonto

Ein Geschäftskonto dient dem täglichen Zahlungsverkehr: Eingangsrechnungen, Lohnzahlungen, Lastschriften. Ein Firmentagesgeldkonto dient dagegen ausschließlich der Anlage – ohne SEPA-Lastschriftmandat, Karte oder Daueraufträge. Es gibt nur einen Geldfluss: zwischen Ihrem Referenzkonto (dem Geschäftskonto) und dem Tagesgeldkonto. In der Praxis nutzen Unternehmen beide Konten parallel.

Vergleich

Aktuelle Tagesgeldzinsen für Unternehmen im Vergleich (Juni 2026)

Die folgende Tabelle listet die aktuell relevantesten Anbieter von Firmentagesgeld in Deutschland mit ihren wichtigsten Konditionen – sortiert nach effektivem Zinssatz für mittlere Anlagebeträge (50.000 – 250.000 €).

Anbieter

Basis-Zinssatz

Aktions-Zinssatz

UnitPlus Business¹

2,58 %

2,58 % (immer über EZB-Leitzins)

ING

1,00 %

3,5 % (für 4 Monate, bis 1.000.000 €)

Finom

0,75 – 1,75 %

5 % (für 5 Monate)

tide

1,0 – 1,5 %

4,25 % (für 4 Monate, bis 50.000 €)

Volkswagenbank

1,00 %

2,9 % (für 6 Monate)

Vivid

0,1 – 1,3 %

4 % (für 4 Monate)

Revolut

1 – 1,75 %

DKB

1,20 %

Fyrst

0,50 %

3,5 % (für 3 Monate, bis 250.000 €)

¹ UnitPlus Business ist kein klassisches Bank-Tagesgeld, sondern eine Geldmarktlösung mit täglicher Verfügbarkeit – als Sondervermögen ohne Betragsgrenze geschützt. Der Zinssatz orientiert sich am EZB-Leitzins (€STR) + Extra-Marge.

Stand: Juni 2026 · Quelle: Anbieterangaben. Aktionszinsen sind befristete Neukundenangebote; für dauerhaft angelegte Reserven zählt der Basis-Zinssatz.

1. Aktionszins ist kein Bestandszins

Mehrere Anbieter locken Neukunden mit befristeten Top-Zinsen – oft drei bis sechs Monate. Danach fällt der Zinssatz teilweise drastisch ab. Wer auf den Aktionszins blickt, sollte immer auch den Bestandszins prüfen. Für länger angelegte Liquiditätsreserven ist nur dieser relevant.

2. Höchstanlage und Staffelung

Viele Anbieter begrenzen die Anlagesumme. Häufig gibt es zudem Zinsstaffeln: Bis 100.000 € gilt ein attraktiver Satz, darüber ein deutlich niedrigerer – teils für den gesamten Betrag, nicht nur den Differenzbetrag. Prüfen Sie Höchstanlage und Staffelung daher vor der Eröffnung.

3. Bestandskundenpflicht

Einige Banken (insbesondere Sparkassen, Volks- und Raiffeisenbanken) bieten Firmentagesgeld nur an, wenn Sie dort bereits ein Geschäftskonto führen. Bei Direktbanken und Spezialanbietern entfällt diese Hürde meist.

Tagesgeld-Index

UnitPlus Tagesgeld-Index: Was Banken Unternehmen wirklich zahlen

In Kooperation mit Barkow Consulting analysiert UnitPlus quartalsweise, welche Zinsen deutsche Banken durchschnittlich auf Firmentagesgeld zahlen – und vergleicht diese mit dem aktuellen EZB-Einlagensatz (€STR). Die Ergebnisse sind ernüchternd:

Aktueller Stand des Tagesgeld-Index ([Monat Jahr])

  • Ø Tagesgeldzins für Unternehmen: [1,20] % p.a.

  • EZB-Einlagensatz (€STR): 2,182 % p.a.

  • Weitergabequote: [62] %

  • Geschätzte jährliche Zinslücke deutscher Unternehmen: ca. [1,9] Mrd. €

Corporate cash interest rates at their lowest level since July 2023

Overnight deposits, Germany, interest rate, businesses, by month, in % p.a.

Source: BC Data, Barkow Consulting

Was die Weitergabequote bedeutet

Wenn die EZB ihren Einlagensatz erhöht, profitieren Banken sofort – sie können eingelegtes Geld zu höheren Konditionen bei der EZB parken. Eine Weitergabequote von 100 % würde bedeuten: Der EZB-Zins kommt vollständig beim Unternehmen an. In der Realität liegt der Marktdurchschnitt bei [62] %, einzelne Banken erreichen Werte zwischen [40] und [80] %.

Was Sie daraus mitnehmen sollten

  • Vergleichen Sie Weitergabequoten, nicht nur Zinssätze. Wer heute 1,5 % zahlt, mag attraktiv wirken – aber bei sinkendem Leitzins fällt der Satz möglicherweise überproportional. Anbieter mit höherer Weitergabequote folgen dem Marktzins berechenbarer.

  • Aktionszinsen verzerren das Bild. Die hohen Werbezinsen gehen in den Index nicht ein, sobald die Aktionsphase abläuft. Im Bestandsgeschäft sind die Zinsen oft deutlich niedriger.

  • Marktzins als Benchmark. Jeder Anbieter, der dauerhaft mehr als 30 Prozentpunkte unter dem €STR liegt, ist im Marktvergleich teuer.

Aktuelle €STR-Werte finden Sie auf der Website der Bundesbank.

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Einlagensicherung

Die 100.000-€-Grenze: Warum Tagesgeld bei größeren Beträgen riskant wird

Was viele Unternehmen erst im Ernstfall lernen: Die gesetzliche Einlagensicherung schützt pro Bank und pro Kontoinhaber maximal 100.000 €. Für Privatpersonen reicht das meist. Für Unternehmen – insbesondere Mittelständler, Holdings oder Startups nach einer Finanzierungsrunde – wird es schnell zur strukturellen Schwachstelle.

Wie die Einlagensicherung funktioniert

Die gesetzliche Einlagensicherung gilt in der gesamten EU. Bei Insolvenz der Bank werden Einlagen bis 100.000 € pro Kunde und Bank innerhalb von sieben Werktagen entschädigt – auch für Unternehmen, wobei die juristische Person als „ein Kunde” zählt. Mehrere Konten bei derselben Bank werden zusammengerechnet.

Viele Banken bieten zusätzlich eine freiwillige Einlagensicherung über Verbände an: Der Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) schützt darüber hinausgehende Beträge bis zu hohen Millionenbeträgen – je nach Bank. Sparkassen und Genossenschaftsbanken haben eigene Sicherungssysteme.

Wichtig: Die freiwillige Einlagensicherung ist ein Versprechen der Banken, kein gesetzlicher Anspruch. Ende 2022 hat der Bundesverband deutscher Banken die Sicherungsgrenzen für Firmenkunden bereits gesenkt – Tendenz weiter abnehmend.

Was das für Unternehmen mit größeren Reserven bedeutet

Ein Beispiel: Eine GmbH parkt 800.000 € Steuerrücklage auf einem Firmentagesgeldkonto. Bei Bankinsolvenz sind über die gesetzliche Einlagensicherung nur 100.000 € abgesichert. Die freiwillige Sicherung kann greifen, ist aber nicht garantiert und wurde zuletzt mehrfach reduziert. Für größere Bestände gibt es im Wesentlichen zwei Strategien:

Strategie 1: Splitting auf mehrere Banken

Sie verteilen Ihre Liquidität auf fünf, zehn oder mehr Banken – jeweils unter der 100.000-€-Grenze. Operativer Aufwand: erheblich. Anzahl Konten: hoch. Buchhaltungsaufwand: linear steigend. Praktisch nur für Unternehmen mit dedizierter Treasury-Funktion umsetzbar.

Strategie 2: Anlage als Sondervermögen

Bei Geldmarktfonds wird Ihr Geld nicht als Einlage bei einer Bank verbucht, sondern als Sondervermögen geführt. Im Insolvenzfall der verwaltenden Bank gehört es nicht zur Insolvenzmasse – es ist in voller Höhe geschützt, ohne Obergrenze.

Geldmarktlösungen wie die von UnitPlus Business kombinieren tägliche Verfügbarkeit mit Marktzins (€STR + Marge) und Sondervermögens-Schutz.

Faustregel: Für Liquiditätsreserven unter 100.000 € pro Bank ist klassisches Firmentagesgeld eine solide Wahl. Für Beträge oberhalb dieser Grenze sollten Sie entweder splitten oder über Sondervermögens-Strukturen nachdenken.

Vorteile

Vorteile von Firmentagesgeld gegenüber dem Geschäftskonto

Warum sich der Aufwand lohnt, neben dem Geschäftskonto ein separates Tagesgeldkonto einzurichten:

Verzinsung statt Stillstand

Auf einem normalen Geschäftskonto erhalten Unternehmen meist 0 % Zinsen – manche Banken berechnen sogar Verwahrgebühren. Auf einem Firmentagesgeldkonto erhalten Sie je nach Anbieter zwischen [0,5] und [2,3] % p.a. Bei 200.000 € Liquidität sind das schnell mehrere tausend Euro pro Jahr – ohne Aufwand verdient.

Trennung der Liquiditäts-Töpfe

Ein eigenes Tagesgeldkonto trennt die strategische Reserve klar vom operativen Geschäftskonto. Sie sehen auf einen Blick: Notfallpuffer, Steuerrücklage, operatives Tagesgeschäft. Das vereinfacht die Liquiditätsplanung und reduziert das Risiko, Reserven versehentlich operativ einzusetzen.

Volle Flexibilität

Im Gegensatz zu Festgeld ist Tagesgeld jederzeit verfügbar. Bei größerem Liquiditätsbedarf ist das Geld innerhalb von ein bis drei Werktagen wieder da – bei den meisten Anbietern ohne Strafzinsen, Kündigungsfristen oder Mindesthaltedauer.

Keine Kontoführungsgebühren

Bei nahezu allen Anbietern ist die Kontoführung kostenlos, auch Buchungen zwischen Referenz- und Tagesgeldkonto fallen kaum ins Gewicht – anders als beim Geschäftskonto mit Grundgebühren und Buchungsentgelten.

Sicherheit durch Einlagensicherung

Beträge bis 100.000 € pro Bank sind gesetzlich abgesichert. Innerhalb dieser Grenze ist Firmentagesgeld eine der sichersten Anlageformen überhaupt – sicherer als Aktien, Anleihen oder Immobilien. Für größere Beträge gelten die oben beschriebenen Einschränkungen.

Typische Anwendungsfälle

In der Praxis nutzen Unternehmen Firmentagesgeld vor allem für vier Zwecke:

  • Steuerrücklagen. Vorauszahlungen für Umsatz-, Körperschaft- und Gewerbesteuer werden quartalsweise fällig – bis dahin verzinst zwischenparken.

  • Saisonale Schwankungen. Zyklisches Geschäft (Einzelhandel, Tourismus, Bau) hat Hoch- und Tiefphasen. Tagesgeld verzinst die Hoch-Phasen produktiv.

  • Notfallreserve. Eine eiserne Reserve von 3–6 Monatsausgaben ist auf dem Tagesgeldkonto verfügbar und produktiv zugleich.

  • Zwischenparken vor Investitionen. Wenn Mittel für eine Maschine, Immobilie oder Übernahme beisammen sind, der Vollzug aber noch dauert.

Alternativen

Tagesgeld vs. Festgeld vs. Geldmarktlösungen – die Alternativen im Überblick

Tagesgeld ist nicht die einzige Möglichkeit, kurzfristige Unternehmensliquidität produktiv anzulegen. Je nach Anlagehorizont, Betragshöhe und Sicherheitsanspruch können Festgeld oder Geldmarktfonds sinnvoller sein. Die Tabelle zeigt die Unterschiede auf einen Blick.

Kriterium

Tagesgeld

Festgeld

Geldmarktfonds

Verfügbarkeit

Täglich

Gebunden (1–60 Monate)

Täglich (1–3 Werktage)

Verzinsung

Variabel, oft unter Marktzins

Fest, marktgerecht bei Abschluss

Variabel, marktnah (€STR + Marge)

Mindestanlage

Meist 0 €

Oft 5.000–25.000 €

Meist 0 €

Höchstanlage

Häufig begrenzt

Anbieter-abhängig

Unbegrenzt

Sicherheit

Einlagensicherung bis 100.000 €

Einlagensicherung bis 100.000 €

Sondervermögen, voller Schutz

Geeignet für Horizont

< 6 Monate

6–60 Monate, planbar

< 12 Monate, flexibel

Steuerliche Behandlung

Kapitalertragsteuer

Kapitalertragsteuer

Kapitalertragsteuer, ggf. Steuererklärung

Tagesgeld ist die richtige Wahl, wenn:

  • Ihre Liquiditätsreserve unter 100.000 € pro Bank bleibt,

  • Sie maximale Flexibilität wollen und nicht wissen, wann Sie das Geld brauchen,

  • Sie eine solide, risikoarme Verzinsung dem höchstmöglichen Zins vorziehen.

Festgeld ist die richtige Wahl, wenn:

  • Sie wissen, dass Sie das Geld für eine definierte Zeit (z. B. 6, 12 oder 24 Monate) nicht benötigen,

  • Sie einen höheren, garantierten Zinssatz wollen,

  • Sie bereit sind, im Notfall auf vorzeitige Verfügbarkeit zu verzichten.

Geldmarktfonds sind die richtige Wahl, wenn:

  • Sie größere Beträge (deutlich über 100.000 €) anlegen, ohne fünf bis zehn Bankbeziehungen aufzubauen,

  • Sie konsequent den Marktzins (€STR) verdienen wollen – unabhängig von der Weitergabepolitik einer Bank,

  • Sie tägliche Verfügbarkeit brauchen, aber sichereren Schutz als die gesetzliche Einlagensicherung wünschen.

In der Praxis kombinieren viele Unternehmen alle drei: einen Teil als Tagesgeld bei der Hausbank für die operative Reserve, einen Teil als Festgeld für planbare Verpflichtungen, und einen größeren Teil als Geldmarktfonds für die strategische Liquiditätsreserve.

Auswahl

Worauf bei der Anbieter-Auswahl achten?

Wer Tagesgeldzinsen einfach von oben nach unten sortiert und die erste Zeile wählt, trifft selten die beste Entscheidung. Fünf Kriterien sind in der Praxis wichtiger:

Aktionszins versus Bestandszins

Aktionszinsen sind befristete Lockangebote für Neukunden – üblich drei bis sechs Monate, teils bis zwölf. Danach wechselt das Konto automatisch auf den Bestandszins, der erheblich niedriger sein kann (im Extremfall von [2,8] % auf [0,3] %). Für dauerhaft angelegte Reserven ist nur der Bestandszins relevant. Ein Anbieterwechsel nach jeder Aktionsphase kostet Aufwand und wird schnell unwirtschaftlich.

Mindestanlage und Anlagegrenzen

Mindestanlagen liegen meist zwischen 1.000 € und 10.000 € – für die meisten Unternehmen unproblematisch. Wichtiger ist die Höchstanlage: Viele Banken zahlen den Top-Zins nur bis zu einer Schwelle (oft 250.000 €, 500.000 € oder 1 Mio. €). Achten Sie auch auf Zinsstaffeln, bei denen der niedrigere Satz für den gesamten Betrag gilt – nicht nur für den Differenzbetrag.

Hausbank-Pflicht oder unabhängiger Anbieter

Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken bieten Firmentagesgeld meist nur mit bestehendem Geschäftskonto an. Direktbanken (z. B. ING, DKB), Spezialanbieter (z. B. GEFA Bank) und Geldmarktfonds-Anbieter sind offen für Kunden ohne bestehende Bankbeziehung. Für die meisten Unternehmen zahlt sich ein zusätzlicher Anbieter neben der Hausbank aus.

Häufigkeit der Zinsgutschrift

Wie oft Zinsen gutgeschrieben werden (monatlich, quartalsweise, jährlich), beeinflusst über den Zinseszinseffekt die effektive Rendite. Bei 500.000 € über zwei Jahre und 2 % macht der Unterschied zwischen monatlicher und jährlicher Gutschrift mehrere hundert Euro aus. Bei UnitPlus Business erfolgt die Gutschrift täglich – der höchstmögliche Zinseszins-Effekt im Markt.

Auszahlungsdauer und Restriktionen

Die meisten Anbieter buchen ausgehende Beträge innerhalb von ein bis drei Werktagen zurück. Einzelne haben Restriktionen: Mindesthaltedauer, Buchungsfenster oder Höchstgrenzen pro Abbuchung. Wer die Reserve im Notfall schnell braucht, sollte das vor Kontoeröffnung prüfen.

Rechtsformen

Welche Rechtsformen können Firmentagesgeld eröffnen?

Grundsätzlich ist Firmentagesgeld für nahezu jede Rechtsform verfügbar – die genaue Verfügbarkeit hängt aber vom Anbieter ab. Die Übersicht zeigt, welche Rechtsformen typischerweise ein Tagesgeldkonto eröffnen können und worauf Sie bei der Antragstellung achten sollten:

Rechtsform

Bei den meisten Anbietern?

Häufig benötigte Unterlagen

GmbH

Ja

Handelsregisterauszug, Identitätsnachweis Geschäftsführer, Gesellschafterliste

UG

Ja

Wie GmbH

AG

Ja

Handelsregisterauszug, Identitätsnachweis Vorstand, ggf. Satzung

KG, GmbH & Co. KG

Ja

Handelsregisterauszug, Identitätsnachweis Komplementär

OHG

Ja

Handelsregisterauszug, Identitätsnachweise aller Gesellschafter

GbR

Bei wenigen Anbietern

Gesellschaftsvertrag, Identitätsnachweis aller Gesellschafter

Einzelunternehmen

Ja

Gewerbeanmeldung, Personalausweis

Freiberufler

Ja

Berufsnachweis bzw. Kammerbestätigung, Personalausweis

Eingetragener Verein (e. V.)

Bei wenigen Anbietern

Vereinsregisterauszug, Identitätsnachweis Vorstand, Satzung

Stiftung

Bei wenigen Anbietern

Anerkennungsurkunde, Satzung, Identitätsnachweis Vorstand

Typische Ausschlussgründe

Manche Anbieter schließen bestimmte Branchen oder Konstellationen pauschal aus. Häufige Hürden:

  • Steuerlich nicht in Deutschland ansässige Gesellschaften. Liegt der steuerliche Sitz im Ausland, lehnen viele Anbieter ab – auch bei Aktivität in Deutschland.

  • Bestimmte Branchen. Glücksspiel, Adult Content, Waffenhandel und Kryptowährungen werden von vielen Banken kategorisch abgelehnt.

  • Komplexe Beteiligungsstrukturen. Mehrstufige Holdings mit verschachtelten Eigentumsverhältnissen erfordern oft umfangreiche KYC-Nachweise.

  • Politisch exponierte Personen (PEPs). Eine Eröffnung ist möglich, dauert aber wegen intensiverer Prüfung länger.

Im Zweifelsfall: Beim Anbieter vor der formellen Antragstellung kurz anfragen, ob Ihre Rechtsform und Konstellation grundsätzlich akzeptiert werden.

Steuern

Steuern auf Tagesgeldzinsen für Unternehmen

Die steuerliche Behandlung unterscheidet sich grundlegend von der für Privatpersonen. Im betrieblichen Kontext gilt kein Sparerpauschbetrag und keine Abgeltungswirkung der Kapitalertragsteuer. Was genau passiert, hängt von der Rechtsform ab.

Kapitalertragsteuer und Solidaritätszuschlag

Beim Zinsgutschriftstermin behält die Bank automatisch 25 % Kapitalertragsteuer zuzüglich 5,5 % Solidaritätszuschlag auf die Steuer ein (effektiv ca. 26,375 %). Bei kirchensteuerpflichtigen Einzelunternehmern oder Personengesellschaften kann zusätzlich Kirchensteuer einbehalten werden. Anders als bei Privatpersonen hat dieser Einbehalt keine Abgeltungswirkung – er ist nur eine Vorauszahlung auf die endgültige Steuer des Unternehmens.

Versteuerung nach Rechtsform

  • Kapitalgesellschaften (GmbH, UG, AG): Zinsen sind Betriebseinnahmen und unterliegen Körperschaftsteuer (15 % plus Soli) und Gewerbesteuer. Die einbehaltene Kapitalertragsteuer wird angerechnet. Effektive Gesamtsteuerlast: meist um die 30 % der Zinserträge.

  • Personengesellschaften (OHG, KG, GbR): Die Zinsen werden den Gesellschaftern anteilig zugerechnet und über deren persönliche Einkommensteuer versteuert; die Kapitalertragsteuer wird angerechnet.

  • Einzelunternehmen und Freiberufler: Zinsen aus einem betrieblichen Konto sind Betriebseinnahmen und werden über die Einkommensteuer versteuert; ggf. fällt zusätzlich Gewerbesteuer an.

Was Sie in der Buchhaltung beachten sollten

  • Zinsgutschriften korrekt erfassen. Jede Zinsbuchung als Betriebseinnahme, die einbehaltene Kapitalertragsteuer als Vorauszahlung.

  • Steuerbescheinigung aufbewahren. Anbieter stellen jährlich eine Bescheinigung über die einbehaltenen Beträge aus – nötig für die Steuererklärung.

  • Bei Geldmarktfonds Besonderheiten. Erträge werden teils abweichend behandelt (Teilfreistellung, Vorabpauschale) – Details mit dem Steuerberater klären.

Hinweis: Dieser Abschnitt gibt einen Überblick über typische steuerliche Konstellationen und ersetzt keine individuelle Steuerberatung. Konsultieren Sie für Ihre Situation Ihren Steuerberater.

Kontoeröffnung

Tagesgeldkonto eröffnen – Schritt für Schritt

Die Eröffnung folgt bei den meisten Anbietern dem gleichen Muster und dauert in der Regel zwischen drei und zehn Werktagen.

Schritt 1: Anbieter auswählen

Nutzen Sie den Vergleich oben. Beachten Sie nicht nur den Aktionszins, sondern auch Bestandszins, Höchstanlage und mögliche Hausbank-Pflichten.

Schritt 2: Online-Antrag ausfüllen

Die meisten Anbieter haben ein Online-Formular mit Angaben zu Unternehmen, Geschäftsführern bzw. Gesellschaftern und Referenzkonto. Dauer in der Regel 10 bis 30 Minuten.

Schritt 3: Unterlagen hochladen

Benötigt werden je nach Rechtsform typischerweise:

  • Handelsregisterauszug (nicht älter als drei Monate)

  • Gesellschafterliste

  • Identitätsnachweise aller wirtschaftlich Berechtigten (über 25 % Anteil)

  • Identitätsnachweise der Geschäftsführer

  • Nachweis des Referenzkontos (Bankauszug oder SEPA-Bescheinigung)

Schritt 4: Identitätsprüfung durchführen

Entweder per Video-Ident (online, ca. 15 Minuten) oder Post-Ident. Video-Ident ist deutlich schneller.

Schritt 5: Vertrag elektronisch unterzeichnen

Nach erfolgreicher Identitätsprüfung erhalten Sie die Vertragsunterlagen, die in der Regel elektronisch unterzeichnet werden.

Schritt 6: Kontobestätigung erhalten

Sie erhalten eine IBAN und Zugangsdaten zum Online-Banking. Erst ab diesem Zeitpunkt ist das Konto nutzbar.

Schritt 7: Erste Einzahlung vornehmen

Sie überweisen vom Referenzkonto auf das neue Tagesgeldkonto. Die Verzinsung beginnt typischerweise am Werktag des Geldeingangs.

Die Gesamtdauer hängt vor allem von der Vollständigkeit der Unterlagen und der Bearbeitungsgeschwindigkeit des Anbieters ab. Bei vollständigen Unterlagen und schnellen Direktbanken kann die Eröffnung in zwei bis drei Werktagen abgeschlossen sein.

FAQ

Häufig gestellte Fragen zum Tagesgeld für Unternehmen

Tagesgeld, das den Marktzins wirklich verdient

Wenn Sie größere Beträge anlegen, dauerhaft den Marktzins (€STR plus Marge) verdienen wollen und Wert auf Sondervermögens-Schutz legen, lohnt sich ein Blick auf UnitPlus Business: tägliche Verfügbarkeit, keine Aktionszins-Tricks, keine Anlageobergrenze – und Ihre Mittel sind in voller Höhe als Sondervermögen geschützt.

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All investing involves risk, including the possible loss of money you invest, and past performance does not guarantee future performance. We do not provide tax advice and investors are encouraged to consult with their personal tax advisors. All images shown are for illustrative purposes only, and may not resemble an actual product. We rely on information from various sources believed to be reliable, but cannot guarantee the accuracy and completeness of that information. Nothing in this communication should be construed as an offer, recommendation, or solicitation to buy or sell any security.

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