Die fünf größten Crashs und was wir daraus lernen können

Aktien schwanken, das liegt quasi in ihrer Natur – das weißt du spätestens seit unserem letzten Blogartikel. Wenn eine Börse an nur einem Tag um über 10% einbricht, sprechen wir von einem Crash.  Typisch bei solchen Crashs sind Panikverkäufe von Anleger*innen. Ein Börsencrash tritt schnell und unerwartet ein, aber die Auswirkungen sind anhaltend und tiefgreifend.

Die spektakulärsten Börsencrashs

Hier geben wir dir einen Überblick über einige der düstersten Börsentage der Geschichte.

1637: Tulpenwahn in Holland

Der erste nachweisbare Börsenzusammenbruch war bereits im 16. Jahrhundert. Besonders viele Menschen spekulierten auf Tulpen, was den Preis immer weiter in die Höhe trieb– bis er zum Wert der schönen Blumen in keinerlei Verhältnis mehr zueinander stand. Für einige Tulpen wurde nach heutiger Rechnung um die 50.000 EUR bezahlt! Als die ersten verkauften, kam es zu einer regelrechten Verkaufspanik und die Spekulationsblase platzte.

1929: Der Schwarze Freitag – die große Depression

Der wohl folgenreichste Börsencrash aller Zeiten, der schwarze Freitag, gab den Auftakt zur großen Depression, bei der Millionen von Menschen ihre Arbeit verloren. Er gilt als Ursache für die Weltwirtschaftskrise, die damalige Armut sowie für den Aufstieg der Nationalsozialisten in Deutschland.

Dem Absturz vorausgegangen war eine lange Phase der boomenden Wirtschaft und einer der größten Höhenflüge der Aktienmärkte. Dabei haben sogar Anleger*innen Kredite aufgenommen, um Aktien zu kaufen. Als die Kurse immer weiter schwächelten, investierten immer weniger Menschen, bis am 24. Oktober Panik an der New Yorker Börse ausbrach. 

Bis heute bleibt ungeklärt, warum Händler*innen plötzlich ihre Bestände zu jedem beliebigen Preis anboten. Innerhalb von nur zwei Stunden fiel der Wert der börsennotierten US-Unternehmen um ganze elf Mrd. US-Dollar. Dies hatte immense Auswirkungen bei europäischen Börsen. Privatanleger*innen verloren ihr Erspartes, Firmen gingen bankrott.

1987: Der Schwarze Montag – Sorgen um den Welthandel

Der 19. Oktober 1987 geht als schwarzer Montag in die Geschichte ein. An diesem Montag starrten die Börsenmakler*innen in New York, London, Hongkong, Berlin, Tokio und in fast jeder anderen Stadt, in der es eine Börse gab, mit wachsendem Entsetzen auf die Zahlen auf ihren Displays.ie US-Märkte (genauer gesagt der Dow Jones) fielen um über 20%, ein nie dagewesener Absturz in der über einhundertjährigen Geschichte des US-Aktienmarkts. Über 500 Mrd. US-Dollar lösten sich in wenigen Stunden in Luft auf.

2000: Die Dotcom-Blase

Die große Aufregung und Euphorie des neuen Internetzeitalters führte zu Massenspekulationen mit internetbasierten Unternehmen – die Dotcom-Börsenblase wuchs und wuchs von 1995 bis 2000. Es wurde oft ohne jegliches Hintergrundwissen über ein Unternehmen investiert. So kam es zu einer Überbewertung der Internetfirmen bis schließlich die Börse platzte. Dies löste Panik aus und Investor*innen konnten die zuvor gehypten Aktien jetzt gar nicht schnell genug loswerden. Dies führte dazu, dass der Aktienwert noch weiter in den Keller sank. Rund 5 Bio. US-Dollar gingen so verloren.

2007/08: Finanzkrise

Der Crash von 2008 war die größte Erschütterung des globalen Finanzsystems seit fast einem Jahrhundert – er brachte das weltweite Bankensystem an den Rand des Zusammenbruchs.

Nachdem zu viele Menschen Kredite für den Kauf von Häusern aufgenommen hatten, die sie nicht zurückzahlen konnten, gerieten die Banken in Schwierigkeiten. Die Immobilienblase platzte und der Kongress lehnte ein Gesetz zur Rettung der Banken ab. In nur einem Tag fiel der Dow Jones am 29. September 2008 um 777,68 Punkte – so viel wie nie zuvor.

2020: Coronavirus-Absturz 

Aufgrund der Pandemie kam es zum jüngsten Börsencrash. In der Woche vom 24. Februar fielen der Dow Jones und der S&P 500 über 10% – der größte wöchentliche Kursverlust seit der Finanzkrise von 2008. 

Doch im Gegensatz zu früheren Abstürzen, deren Erholung oft Jahre dauerte, erreichte der Aktienmarkt im Mai 2020 wieder seinen Höchststand vor der Pandemie. Diese rasche Erholung ist einer enormen Menge an Konjunkturmitteln zu verdanken: Die Federal Reserve senkte die Zinssätze und pumpte 1,5 Bio. US-Dollar in die Geldmärkte, und der Kongress verabschiedete ein Hilfspaket von 2,2 Bio. US-Dollar.

Takeaways 

Auch wenn die Ursachen für einen Börsencrash unterschiedlich sind – vom Tulpenwahn über Interneteuphorie bis hin zu einem Fledermausvirus –, so ist das Endergebnis doch immer gleich: Der Markt erholt sich.

Eines haben alle Crashs gemeinsam: Wir haben sie nicht nur überlebt, sondern der Markt hat nach jedem dieser Crashs neue Höchststände erreicht. Der Aktienmarkt ist zyklisch und der nächste Crash steht bevor. Der nächste Höchststand auch. 

Die beste Art mit einem Crash umzugehen, ist tatsächlich bewusstes, gelassenes Nichtstun. Wenn du ein breit aufgestelltes Portfolio hast, das du über eine lange Zeit hältst, so kann dir auch ein Crash nichts anhaben. Egal ob wir plötzlich zu einer Pandemie aufwachen oder zu einem Börsencrash – die Sonne geht immer wieder auf. Und meist scheint sie hinterher noch heller.

Hanna Hodel