Das Sparbuch, des Deutschen liebstes Konto

Die Deutschen sind begeisterte Sparer*innen und lieben es, Geld auf ihrem Spar- oder Girokonto anzusammeln. Auf dem Kapitalmarkt investieren in Deutschland lediglich unter 20%. Gerade mal 7% des Vermögens in Deutschland ist in Aktien investiert. Trotz Zinsen um Null, Negativzinsen und Inflation ändern die Wenigsten ihr Finanzverhalten. Viele setzen sich gar nicht mit dem Thema Finanzen auseinander – eine kürzliche Umfrage von Union Investment zeigte, dass 42% der Deutschen im Alter von 18-24 Jahren dies selten bis nie tun. Was hat es mit dem Sparverhalten der Deutschen auf sich?

Deutsche sind Sparweltmeister*innen

Sparen hat in der deutschen Gesellschaft eine lange Tradition. Wusstest du, dass die erste Sparkasse 1778 in Hamburg eröffnet wurde? Der Trend des Sparens nahm schnell seinen Lauf. Bis 1836 gab es mehr als 300 dieser Sparkassen im damaligen Deutschen Bund, die es den Deutschen ermöglichten, ihr hart verdientes Einkommen gegen Zinsen zu sparen.

Das Sparen setzte sich in der Geschichte fort und heute gehören die Deutschen zu den besten Sparer*innen der Welt. Unsere Sparquote liegt bei fast 20%, höher liegt sie nur in Luxemburg. In den letzten zwei Jahrzehnten sparten deutsche Haushalte konstant mehr als 8% ihres verfügbaren Einkommens. 

Deutsche Liebe zum Sparbuch

Der Deutsche mag sein Geld sicher auch, wenn er nichts davon hat. Vor einigen Jahrzehnten – als Zinssätze noch positiv waren – machte es durchaus Sinn, Geld auf Tages- oder Girokonten zu halten. Trotz Zinssätzen um Null, Negativzinsen und Inflation gibt es keine massenhafte Flucht in Aktien. Im Gegenteil – die große Mehrheit der Deutschen steckt ihr Geld weiterhin in renditeschwache Lebensversicherungen, auf Tagesgeld- oder Girokonten. 

Wer heute noch in Tagesgeldkonten spart, verliert

Gerade mal 7% des deutschen Privatvermögens ist in Aktien angelegt. Nur knapp jeder fünfte ist an der Börse aktiv. Die meisten verlassen sich auf Anleihen und Sparkonten. Deutsche sind risikoscheu und das kostet sie einen guten Teil ihres Vermögens. Wusstest du, dass es seit 1968 keinen einzigen Zeitraum von 15 Jahren oder mehr gab, in dem Anleger*innen, die in den Deutschen Aktienindex (DAX) investieren, einen Verlust machten? Tatsächlich lag die minimale Rendite über 15 Jahre bei 2,3 Prozent pro Jahr, was weitaus über dem liegt, was man an heute an Zinsen bekommt – nämlich nichts. Im Durchschnitt lag die Rendite bei sagenhaften 8,8 Prozent! Auch wer später einstieg, profitierte. Wer im Jahr 2000 in den DAX investierte, erhielt trotz der Krisen bis heute eine jährliche Rendite von durchschnittlich fünf Prozent.

Kaum ein Experte geht davon aus, dass sich die Zinssätze in naher Zukunft wieder erhöhen werden. Wer heute noch in Tagesgeldkonten spart, der verliert. Dennoch halten Deutsche an zinslosen Giro- und Sparkonten als bevorzugten Anlageformen fest.

Kinder sparen wie ihre Eltern

Warum halten Deutsche so vehement an diesem kontraproduktiven Sparverhalten fest? 

Eine kürzliche Untersuchung der viertgrößten deutschen Fondsgesellschaft Deka Investment zeigt, dass sich das Spar- und Investitionsverhalten offensichtlich auf die nächste Generation überträgt. Die Kinder legen das Geld so an, wie ihre Eltern – in niedrig bis gar nicht verzinste Anlageprodukte wie Sparbücher. 

Traditionalisten (bis 1955 geboren) investieren genauso in Niedrigzinsprodukte wie Generation X (geboren bis 1980), Generation Z (geboren bis 1996) übernimmt die Angewohnheit von X und auch die Millenials (geboren bis 1995) machen es nicht anders. Deutsche sparen auch als Erwachsene so, wie sie es als Kind gelernt haben, unabhängig von den Rahmenbedingungen.

Dieses Sparverhalten wird mit der Zeit immer gravierender. So kamen immerhin 17.500 EUR zusammen, wenn die Eltern für ein im Jahr 1980 geborenes Kind monatlich 50 EUR beiseite legten bis zur Volljährigkeit. Für ein im Jahr 1990 geborenes Kind wären es nur noch rund 14.000 EUR; zehn Jahre später kommen nur noch 11.700 EUR zusammen. Um für ein im Jahr 2000 geborenes Kind eine ähnliche Summe anzusparen bräuchte man 8 Jahre länger als drei Jahrzehnte vorher. 

Die Zeit zu Investieren ist jetzt

Möchtest du langfristig ein Vermögen aufbauen, ist das Sparkonto nicht zielführend. Es gibt auf Giro- Tagesgeldkonten und Sparbüchern keine Zinsen mehr. Die Inflation entwertet dein Vermögen noch weiter. 

Investierst du hingegen in ein breit gestreutes Portfolio, beispielsweise mit einem weltweit investierenden ETF, dann verdoppelst du dein Vermögen nach zwanzig Jahren. 

Auch wenn du nur einen kleinen Betrag pro Monat bei Seite legen kannst, sind ETF-Sparpläne eine hervorragende Basis für deinen langfristigen Vermögensaufbau. Investierst du beispielsweise mit dem Portfolio Kilimanjaro von UnitPlus monatlich 200 EUR, ist nach zwanzig Jahren ein Portfoliowert von knapp 110.000 EUR durchaus möglich. Hier gehts zum Zukunftstrechner.

Hanna Hodel