Tagesgeld vs. Festgeld für Unternehmen 2026: Was passt zu Ihrer Liquidität?

Die Europäische Zentralbank hat die Zinswende ein zweites Mal in diesem Jahr vollzogen: Am 10. September 2026 hob der EZB-Rat alle drei Leitzinsen um 0,25 Prozentpunkte an, nachdem bereits im Juni ein erster Schritt nach oben erfolgt war. Seit dem 16. September liegt der für Spar- und Firmeneinlagen maßgebliche Einlagensatz bei 2,50 %. Hintergrund ist eine Inflation, die im Euroraum im August auf 2,9 % gestiegen ist – deutlich über dem Zielwert der EZB von 2 %.
Für Unternehmen mit Liquiditätsüberschuss ist das eine relevante Entwicklung: Erstmals seit über einem Jahr lohnt es sich wieder, genauer hinzuschauen, wo Firmengelder geparkt werden. Die zentrale Frage dabei: Tagesgeld oder Festgeld? Dieser Artikel liefert die Antwort – inklusive Vergleichstabelle, Entscheidungshilfe und den häufigsten Fragen aus der Praxis.
Kurzantwort: Firmentagesgeld ist täglich verfügbar und variabel verzinst – ideal für den flexiblen Liquiditätspuffer. Firmenfestgeld bindet das Kapital für eine feste Laufzeit, bietet dafür aber meist eine etwas höhere und garantierte Verzinsung. Aktuell liegen die Zinsen für Firmentagesgeld je nach Anbieter zwischen 0,40 % und 5,00 % p. a., bei Festgeld sind bis zu rund 3,20 % p. a. marktüblich. Die meisten Unternehmen fahren am besten mit einer Kombination aus beidem – ergänzt um geldmarktbasierte Lösungen für größere Beträge.
Was ist Tagesgeld? Was ist Festgeld?
Firmentagesgeld ist ein Konto für betriebliche Einlagen, das parallel zum Geschäftskonto geführt wird. Das Kapital bleibt jederzeit verfügbar, der Zinssatz ist variabel und orientiert sich am jeweiligen EZB-Leitzinsniveau. Es handelt sich rechtlich um eine klassische Bankeinlage – keine Kapitalanlage im engeren Sinne.
Firmenfestgeld funktioniert anders: Sie legen einen festen Betrag für eine vereinbarte Laufzeit an, üblicherweise zwischen drei und 60 Monaten. Der Zinssatz steht für die gesamte Laufzeit fest und ist damit unabhängig davon, wie sich die EZB-Zinsen in der Zwischenzeit entwickeln. Im Gegenzug ist das Kapital während der Laufzeit gebunden.
Die Kernunterschiede im Überblick

Ein Blick in die offiziellen Zinsstatistiken der EZB unterstreicht diesen Unterschied: Neu hereingenommene Unternehmenseinlagen mit einer Laufzeit von bis zu einem Jahr wurden zuletzt (Juli 2026) mit 2,24 % p. a. verzinst, während täglich fällige Unternehmenseinlagen im selben Zeitraum nur 0,60 % p. a. erzielten. Wer Kapital ohne Not liquide hält, verschenkt also strukturell Rendite – unabhängig vom Anbieter.
Wichtig für die Einordnung: Viele Anbieter werben aktuell mit Aktionszinsen von 3,5 % oder mehr, die aber nur für Neukunden und meist nur für wenige Monate gelten – danach fällt der Zins oft auf einen Basiszins von unter 1 % zurück. Ein reiner Zinsvergleich zum Stichtag greift daher zu kurz; entscheidend ist die dauerhafte Verzinsung nach Ablauf der Lockphase.
Was passt zu welcher Liquiditätssituation?
Die Wahl zwischen Tagesgeld und Festgeld ist letztlich eine Frage der Liquiditätsplanung, nicht der reinen Zinshöhe:
Kurzfristiger Puffer (0–3 Monate): Betriebsmittel, die jederzeit für Löhne, Lieferantenrechnungen oder unvorhergesehene Ausgaben verfügbar sein müssen, gehören ins Tagesgeld oder eine vergleichbar liquide Lösung.
Planbare Rücklage (3–12 Monate): Kapital, das absehbar nicht benötigt wird – etwa für eine geplante Investition oder Steuerrückstellungen –, kann in Festgeld oder geldmarktnahe Produkte mit kurzem Anlagehorizont fließen.
Strategische Reserve (12+ Monate): Für strukturell überschüssige Liquidität, die dauerhaft nicht ins operative Geschäft zurückfließt, lohnt sich der Blick auf breiter gestreute, aktiv gemanagte Geldmarkt- oder Anleihelösungen mit entsprechend höherem Renditepotenzial.
Als grobe Faustregel gilt: Nur so viel im Tagesgeld halten, wie kurzfristig planbar gebraucht wird – der Rest sollte aktiv verzinst werden, statt ungenutzt auf dem Geschäftskonto oder im niedrig verzinsten Tagesgeld zu liegen.
Wie UnitPlus Business beide Bedürfnisse abdeckt
Sie müssen sich nicht zwischen Tagesgeld und Festgeld entscheiden: UnitPlus Business deckt beide Bedürfnisse in einer Plattform ab – abgestuft nach Anlagehorizont:
Tagesgeld-Alternative: Für Liquidität, die täglich verfügbar bleiben muss. Die Verzinsung basiert auf dem offiziellen Euro-Zinssatz (€STR) zuzüglich einer Marge unseres Partners BNP Paribas Asset Management und liegt aktuell bei 2,83 % p. a.
Festgeld-Alternative: Für Liquidität ab sechs Monaten Anlagehorizont. Die Verzinsung liegt oberhalb des EZB-Einlagensatzes – auf dem Niveau eines klassischen 6-Monats-Festgelds, aber ganz ohne dessen Bindung: Auszahlungen sind jederzeit möglich, ohne Strafzins.
Beide Bausteine laufen über das gleiche Cockpit und sind als Sondervermögen vollständig vor einer Insolvenz geschützt.
Fazit: Tagesgeld und Festgeld schließen sich nicht aus – die meisten Unternehmen brauchen beides, nur in unterschiedlichem Verhältnis, je nach Liquiditätsplanung. Entscheidend ist nicht der beworbene Aktionszins, sondern die dauerhafte Verzinsung, die Flexibilität und der Insolvenzschutz oberhalb der gesetzlichen Einlagensicherung. Mit UnitPlus Business decken Sie beide Bedürfnisse über eine Plattform ab, statt Ihre Liquidität auf mehrere Bankprodukte zu verteilen. Registrieren Sie sich direkt oder buchen Sie einen persönlichen Beratungstermin, um Ihre individuelle Liquiditätsstruktur zu besprechen.

Nils Nitzky


